A Christian-Muslim Dialog and Apologetic

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2. ber den Ursprung der einzelnen Teile des Qorans.


Bei der Untersuchung der einzelnen Teile des Qorans ist es unsere Aufgabe, sowohl die Zeit, in der sie entstanden sind, wie die Veranlassungen, aus denen sie hervorgingen, zu erforschen. Um nun gleich von vornherein dem Leser einen Begriff davon zu geben, wie weit sich diese Aufgabe ungefhr lsen lt, mssen wir zuerst die Hilfsmittel, die bei ihrer Lsung zu Gebote stehen, sowie die Schwierigkeiten, die uns dabei entgegentreten, etwas genauer darlegen.

Die erste Quelle fr uns ist die geschichtliche und exegetische berlieferung. Diese ist am sichersten, wenn sie sich an Ereignisse knpft, die fr die Geschichte des Islam von groer Bedeutung sind. Da z. B. Sur. 8 auf die Schlacht von Badr, Sur. 33 auf den Grabenkrieg, Sur. 48 auf den Frieden von Hudaibiya gehen, sind berlieferungen, an denen niemand zweifeln kann. Aber die Zahl dieser sichersten Angaben ist nicht gro, und sie beziehen sich eigentlich nur auf die medinischen Suren. Denn in Mekka, wo von Muhammed keine groen geschichtlichen Ereignisse ausgingen, nahm er auch wenig Anteil an solchen. Viel zweifelhafter sind schon die sehr zahlreichen, von den Historikern und Exegeten angefhrten Traditionen ber allerlei kleine Ereignisse, aus denen man einzelne Verse zu erklren sucht. Da wir ber den Ursprung dieser exegetischen Traditionen in der literarischen bersicht sprechen, so wollen wir als Zeichen der Unzuverlssigkeit mancher von ihnen nur erwhnen, da man z. B. als Ursache eines Verses, der von allen fr mekkanisch gehalten wird, oft ein nach der Auswanderung geschehenes Ereignis erzhlt; da man oft zwei Versen, die eng miteinander zusammenhngen1, ganz verschiedene Veranlassungen unterschiebt, und da diese Erklrungen oft gar nicht zu dem Wortlaut der Stellen passen. Dennoch finden sich unter der Masse der zweifelhaften und falschen auch zuverlssigere

1 Siehe oben.


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Angaben, die sich auf geschichtliche Ereignisse sttzen und dem, welcher sie vorsichtig gebraucht, von groem Nutzen sein knnen. Diese Kritik ist nicht leicht, da die einer Einzeltradition zugrunde liegende Tendenz sich oft erst dann erkennen lt, wenn man mglichst viele Traditionen aus derselben Quelle gesammelt hat. So lange es aber keine systematische Untersuchung der exegetischen Traditionen gibt, sind wir darauf angewiesen, die einzelnen Traditionen von Fall zu Fall auf ihre Glaubwrdigkeit zu prfen. Von den zahlreichen falschen, sich oft gegenseitig widersprechenden Erklrungen der Muslime kann natrlich nur eine beschrnkte Auswahl gegeben werden.

Am meisten werden wir, um ein durchgehendes Beispiel zu haben, die Traditionen ber den Ort der Offenbarung ganzer Suren oder einzelner Verse bercksichtigen, wie wir sie nicht nur in geschichtlichen und exegetischen, sondern auch in masorethischen Werken und den meisten Handschriften des Qorans schon seit ziemlich alter Zeit finden.

Es ist uns eine Aufzhlung der Suren in chronologischer Ordnung berliefert, in der jedoch nur der Anfang der Suren bercksichtigt wird, nicht auch die etwa spter hinzugefgten folgenden Verse1. Da die einzelnen Texte dieses Kataloges vielfach voneinander abweichen, drfte es nicht fr berflssig gelten, die verschiedenen Formen der berlieferung genau zu verzeichnen2 In dem (auch bei Casiri I, 509 titellosen) aus dem fnften Jahrhundert stammenden Buche des 'Omar b. Muhammad b. 'Abd-alkafi (cod. Lugd. 674 Warn.) 13 v f. finden wir folgende Aufzhlung: 1) mekkanische: Sur. 96; 68; 73; 74; 111; 81; 87; 92; 89; 93; 94; 103; 100; 108; 102; 107; 109; 105; 113; 114; 112; 53; 80; 97; 91; 85;

1 So heit es wenigstens Mabani cap. I. Dies ist auch die einzige denkbare Art, die Suren, die zum Teil aus Stcken verschiedener Zeiten zusammengesetzt sind, in eine chronologische Reihenfolge zu bringen.

2 Schon frher haben Hammer Purgstall (Wiener Jahrb. Bd. 69, 82ff.). Weil S. 364ff und Flgel (ZDMG. XIII, 568) die Aufmerksamkeit auf diese Verzeichnisse gelenkt.


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95; 106; 101; 75; 104; 77; 50; 90; 86; 54; 38; 7; 72; 36; 25; 35; 19; 20; 56; 26; 27; 28; 17; 10; 11; 12; 15; 6; 37; 31; 34; 39; 40; 41; 42; 43; 44; 45; 46; 51; 88; 18; 16; 71; 14; 21; 23; 32; 52; 67; 69; 70; 78; 79; 82; 84; 30; 29; 83. 2) medinische: 2; 8; 3; 33; 60; 4; 99; 57; 47; 13; 55; 76; 65; 98; 59; 110; 24; 22; 63; 58; 49; 66; 62; 64; 61; 48; 5; 9. Es fehlt Sur. 1, die sowohl mekkanisch als medinisch zugleich sein soll (siehe unten). Bei allen andern hier als ausgelassen angegebenen liegen natrlich nur Textfehler zu Grunde. - Mit dieser Gestalt der berlieferung stimmt die zweite in den Mabani I und die im Itqan 21 f. gegebene berein, nur da in jener Sur. 58 ff. ausgelassen werden. - Eine andere Gestalt (Mabani nr. 3) hat nur die Abweichung, da sie es fr ungewi hlt, ob Sur. 93 mekkanisch oder medinisch ist. Diese Gestalt wird durch 'Ata' von Ibn 'Abbas abgeleitet. - Eine andere, die sich im Ta'rih al-Hamis (ed. Cair. p. 10) findet, lt aus Versehen Sur. 68 und 73 aus, steht Sur. 50 und 90 vor 95, 61 vor 62 und 9 vor 5. - Die im Itqan 20 welche durch Alhusain b. Waqid1 und andere auf 'Ikrima und Alhasan b. Abi'lhasan zurckgefhrt wird, lt einige Suren aus, stellt Sur. 44 nach 40, 3 nach 2 und macht 83 zur ersten medinischen. - Die vierte der Mabani, durch Sa'id b. Almusaiyab mit 'Ali und Muhammed selbst verknpft, erklrt Sur. 1 fr die lteste, macht Sur. 53 zur letzten medinischen (sic), stellt 84 hinter 83 und lt 111 und 61 aus. - Die erste in demselben Buche, in deren Isnad Alkalbi Abu Salih und Ibn 'Abbas aufgefhrt werden, stellt Sur. 93 vor 73, 55 nach 94, 109 nach 105, 22 vor 91, 63 vor 24, macht 13 zur ersten der medinischen und zu den allerletzten dieser Sur. 56; 100; 113; 114. - Ya'qubi I:32 f., 43 f. nennt zwar die nmlichen Gewhrsmnner, hat aber von den soeben erwhnten Abweichungen nur die beiden ersten und die letzte mit Mabani I gemeinsam. Im brigen ist das Verhltnis zu der Liste oben folgendermaen: 1 nach 74;

1 Dieser wird auch im Hamis genannt.


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100 medinisch; 109 fehlt; 113; 114 medin.; 112 fehlt; 56 medin.; 34; 39 hinter 43; 32 medin. und vertauscht mit 13; 69 u. 84 fehlen; 83 ist erste medinische Sure, 59 vor 33; 24 vor 60; 48 vor 4; 99 fehlt; von 47 an sind die Differenzen sehr stark: 47; 76; 65; 98; 62; 32; 40; 63; 58; 66; 49; 64; 61; 5; 9:110; 56; 100; 113; 114. - Fihrist ed. Flgel p.25 f., nach der berlieferung des Waqidi von Ma'mar b. Rasd von al-Zuhri von Muhammad b. Nu'man b. Basir, hat folgende Liste: 96, 1-5; 68; 73 74; 111; 81; 87; 94; 103; 89; 93; 92; 100; 108; 102; 107; 105; 112; 113; 114 (nach andern medinisch1); 53; 80; 97; 91; 85; 95; 106; 101; 75; 104; 77; 50; 90; 55; 72; 36; 722; 25; 353 19; 20; 56; 26; 27; 28; 17; 11; 12; 10; 15; 37; 31 ; 23; 34; 21; 39 bis 45; 46 ; 51; 88; 18; ; 6 ; 164 ; 71; 14; 32; 52; 67; 90; 70; 78; 79; 82; 84; 30; 29; 83; 54; 86. -Medinisch5: 2; 8; 76 ; 3; 60; 4; 99; 57; 47; 13; 65; 98; 59; 110; 24; 22; 63; 58; 49; 66; 62; 64; 61; 48; 5; 9. - Wie man sieht, ist die Anordnung von 96 bis 87,

1 Nach einer Notiz am Schlusse der Liste ist auch Sure 114 medinisch.

2 Diese Sura wird nachher noch einmal aufgefhrt und zwar unter ihrem gewhnlichen Namen als die dritte medinische.

3 Die Textworte knnen verschieden gedeutet werden. Entweder ist die Sure 35 unter zwei ihrer bekannten Namen aufgefhrt, und nur versehentlich dazwischen geraten. Oder unter Engelsura ist Sur. 33 gemeint, welche sonst in der Liste fehlen wrde.

4 Fihrist p.25 lin. 32ff., am Schlusse der mekkanischen Reihe, hat folgenden Zusatz:


5 Fihrist p.26, 2ff.: In Mekka entstanden 85 Suren, in Medina 28 nach Ibn 'Abbas). Das sind zusammen 113; die Fatiha scheint demnach gar nicht als Sure gerechnet.

6 Siehe aber oben Anm. 2.


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von 108 bis 105, von 53 bis 90, von 25 bis 17, von 39 bis 18, von 52 bis 83 und von 76 bis 9 vllig mit Itqan 20 identisch, in allem anderen herrscht groe Verschiedenheit. - Noch mehr weicht endlich die dem Gabir b. Zaid und 'Ali zugeschriebene Reihe im Itqan 56 f. ab, welche Sur. 42 nach Sur. 18 setzt und dann von Sur. 42 an folgendermaen zhlt: 32; 21; 16,1-40; 71; 52; 23; 67; 69; 70; 79; 82; 84; 30; 29; 83 (medinisch) 2; 3; 8; 33; 5; 60; 110; 24; 22; 63; 58; 49; 66; 62; 64; 61; 48; 9. Suyuti nennt dies selbst

Wenn wir nun von diesen Formen der belieferung, deren Verschiedenheit, wie man sieht, ziemlich bedeutend ist, ohne da es dadurch in Frage kme, da dieselben auf eine Urform zurckgehen, auch die beste auswhlen, so kommen wir dadurch doch zu keinem brauchbaren Ergebnis. Denn in ihnen allen werden Suren, welche sich durch verschiedene sichere Zeichen als sehr alt zu erkennen geben, hinter viel sptere gestellt, ja unzweifelhaft mekkanische zu medinischen gemacht. Wir haben in dieser Tradition, auch wenn sie sehr alt sein oder etwa von Ibn 'Abbas herrhren sollte, nur einen rohen Versuch zu erblicken, mit Benutzung einiger guter berlieferungen, nach sehr schwachen kritischen Grundstzen und reiner Phantasie eine chronologische Reihe zu entwerfen. Eine genaue berlieferung der Folge der lteren, berhaupt der mekkanischen, Suren ist brigens kaum denkbar. Oder will man etwa annehmen, da Muhammed ein Archiv fhrte, in welches die Suren nach ihrer Chronologie eingetragen wurden? Das wre ein schnes Seitenstck zu den von Weil ironisch aufgestellten Schubkasten fr die einzelnen Suren, um die spter eintreffenden Verse in sie einfgen zu knnen.

brigens gibt es viele Traditionen, die von dieser sehr abweichen. So werden im Itqan 23f. die medinischen Suren auf zwei verschiedene Weisen aufgezhlt, die aber darin bereinstimmen, da sie Suren enthalten, die in den chronologischen Reihen fr mekkanisch gelten. Dabei heit es einzelne Verse aus anderen Suren abgerechnet, streite man sich nur bei Sur. 18; 55; 61; 64; 83; 97; 98; 99; 112; 113: 111 darber,


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ob sie vor oder nach der Higra geoffenbart seien. Aber das ist falsch, da dieser Streit noch viele andere Suren berhrt. brigens ist die bei Alqurtubi 23 v. und, mit kleinen Abweichungen, bei Assusawi Kap. XX sich findende Aufzhlung der medinischen Suren von jenen beiden wiederum verschieden. Je nher man diese Art von berlieferungen betrachtet, desto mitrauischer mu man gegen sie werden.

Wenn wir daher, wie die spteren Muslime, allein oder doch fast allein auf das von den lteren Lehrern berlieferte angewiesen wren, so wrden wir selten zu einem festen, noch seltener zu einem richtigen Resultat gelangen. Wir haben aber noch ein zuverlssigeres Hilfsmittel, das auch allein erst die Benutzung der Tradition fr uns fruchtbar macht. Dies ist die genaue Beobachtung des Sinnes und der Sprache des Qorans selbst. Die schon dem oberflchlichen Leser sich ergebende Beobachtung, da die Stcke, in denen Sprache und Gedanken feurig bewegt sind, frher sein mssen, als die ruhig und breit gehaltenen, wird sich bei sorgfltiger Untersuchung immer mehr befestigen und genauer przisieren. Wir erkennen, da Muhammed von der ersten Art zur zweiten nicht mit einem Sprunge, sondern allmhlich bergeht, und da sich auch in jenen Arten selbst einzelne Abstufungen zeigen. Ein bedeutendes Moment ist dabei die Lnge der Verse. Denn die bewegte, rhythmische, dem echten Sag' naher stehende Rede der lteren Zeit hat weit mehr Ruhepunkte ntig, als die nach und nach zur reinen Prosa werdende der spteren. Die Vergleichung von zwei Stellen, in denen derselbe Gegenstand behandelt wird, kann uns bisweilen, auch wenn sie nicht aus ganz verschiedenen Zeiten stammen, wahrscheinlich machen, da die eine frher ist, als die andere. Da sich nmlich Muhammed oft deutlich selbst wiederholt, ist es hier mitunter mglich, die Originalstelle von der nachgeahmten zu unterscheiden. Auch kennzeichnet sich, wie bei jedem Schriftsteller, der Sprachgebrauch einzelner Perioden durch gewisse Lieblingswrter und Wendungen, die uns bei der chronologischen Einteilung untersttzen. Vermittelst der Beobachtung des


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Reims, der Sprache im weitesten Sinne und besonders des Gedankenzusammenhanges knnen wir dann weiter die einzelnen Stcke, aus denen oft eine Sura besteht, auszuscheiden suchen. Freilich drfen wir beim Betrachten des Zusammenhanges nicht zu voreilig sein und berall da, wo uns die logische Verknpfung zu fehlen scheint, gleich eine Interpolation annehmen. Denn es ist eine durchgehende Eigentmlichkeit des qoranischen Stiles, da sich die Gedanken nur selten ruhig entwickeln, sondern gerne hin und her springen. Allein ein vlliger Mangel der Verbindung kann der Aufmerksamkeit doch nicht so leicht entgehen.

brigens haben auch die Muslime versucht, die bloe Tradition zu verlassen und ein kritischeres Verfahren mit Beobachtung des Sprachgebrauches einzuschlagen. So haben sie z. B. die sich leicht ergehende Bemerkung gemacht, da die Stellen, in denen vorkommt, medinisch sind, da sich dagegen die Anrede zwar meistens in mekkanischen, mitunter aber auch in medinischen Versen findet1, oder da die mekkanischen Verse krzer als die medinischen sind 2. Zuweilen wagen sie es sogar, mit Grnden. die einer Stelle selbst entnommen sind. berlieferungen ber dieselbe zu verwerfen. Ein solcher Fall ist es wenn Tabari im Tafsir und Alfarra' Albaghawi die Tradition zurckweisen, da Sur. 13, 43 auf 'Abd-allah b. Salam gehe, da diese Sura mekkanisch sei. Solche kritische Grndstze finden wir im Itqan 25 if., 37 f., wo auch geradezu ansgesprochen wird (S. 3l): einige Leute sttzen sich bei dem Ausnehmen (d.h. bei der Lehre davon, welche einzelne Verse an anderen Orten geoffenbart seien, als die Suren, in denen sie stehen) einzelner Stellen auf die freie Untersuchung ohne Rcksicht auf die berlieferungen".

1 L. zu Sur. 4, 1 und Sur. 5, 1; Zam zu Sur. 2, 19 'Omar b. Muhammad b. 'Abd-alkafi (cod. Lugd. 674 Warn.) zu Sur. 22. Weniger genau B. zu Sur. 2, 19.

2 Ibn Haldun, Muqaddima fasl I (ed. Beirut 1886 p. 87).


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Aber diese Untersuchung hat, besonders wenn sie ber die Dinge hinausgeht, die jedem gleich von selbst einleuchten, keine sichere kritische Grundlage, und kann bei den Muslimen auch keine haben. Wir lernen aus jenen Versuchen fr unsere Zwecke so gut wie gar nichts.

Durch sorgfltige Erwgung der uns durch die Tradition und den Qoran selbst gebotenen Hilfsmittel knnen wir allerdings zu vielen sicheren Erkenntnissen ber die Entstehung der einzelnen Qoranteile kommen; aber freilich haben diese Erkenntnisse noch sehr bedenkliche Lcken; manches bleibt ganz ungewi, manches wenigstens zweifelhaft. Dies ist hier um so mehr der Fall, als wir erst sehr wenige europische Vorgnger auf dem Gebiete der kritischen Qoranforschung haben1.

Die Offenbarungen des Qorans zerfallen in zwei Klassen, die mekkanische und medinische. Diese Einteilung ist in der Natur der Sache begrndet, da ja die Auswanderung Muhammeds nach Medina seiner prophetischen Wirksamkeit eine ganz neue Wendung gab. Sie ist mit Recht von den Muslimen seit den ltesten Zeiten her beobachtet worden und mu auch von uns beibehalten werden. Es sei jedoch bemerkt, da wir, nach dem Vorgange der meisten Muslime (Itqan 17 f. usw.), alle Stellen, die vor der Higra geoffenbart sind, mekkanisch, alle spteren medinisch nennen, wenn sie auch nicht gerade in Mekka oder Medina selbst entstanden sind.

Wir wollen so viel als mglich die chronologische Reihenfolge innehalten, jedoch werden einzelne Stellen, die einer anderen Zeit angehren, besser bei ihren Suren aufgefhrt, um diese nicht zu sehr zu zerreien. Eine genau chronologisch zerteilende Anordnung der einzelnen Stellen wrde besonders bei den groen medinischen Suren unstatthaft und unmglich sein. Auerdem werden wir aus Zweckmigkeitsgrnden uns bei der Anordnung noch einige andere Abweichungen erlauben.

1 Vgl. die "Literarische Einleitung". Wichtig sind aus neuerer Zeit vor allem die dort angefhrten Arbeiten von I. Goldziher, C. Snouk Hurgronje und J. Wellhausen; auerdem Leone Caetani. Annali dell' Islam I, II und H. Hirschfeld.


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